Was die neuen Klimadaten für Bauherrschaften bedeuten
Mit dem Vernehmlassungsentwurf prSIA 4028:2026 werden die Klimadaten für bauphysikalische, energetische und gebäudetechnische Berechnungen grundlegend erneuert. Für Bauherrschaften in der Schweiz hat dies konkrete Auswirkungen auf Planung, Investition und Betrieb von Gebäuden.
Realistischere Dimensionierung: Heizleistungen können je nach Standort und Gebäude tendenziell etwas geringer, Kühlleistungen hingegen höher ausfallen. Anlagen werden präziser ausgelegt, was Investitions- und Betriebskosten optimieren kann.
Klimawandel als Planungsrealität: Die neuen Datensätze bilden das heutige Klima realitätsnäher ab. Ergänzend stehen für bestimmte Anwendungen auch Zukunftsszenarien zur Verfügung. Sommerlicher Wärmeschutz gewinnt weiter an Bedeutung; Aspekte wie Verschattung und Nachtauskühlung rücken stärker in den Fokus.
Stadtklima differenziert berücksichtigt: Für sieben Schweizer Städte stehen erstmals Daten zum Hitzeinseleffekt zur Verfügung. Innerstädtische Projekte können realistischer beurteilt werden, Fassade, Materialwahl und Begrünung gewinnen an Bedeutung.
Mehr Verbindlichkeit, weniger Spielraum: Eine neue Zuordnungstabelle unterstützt die Wahl der geeigneten Klimastation für einen Standort. Das erhöht die Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit von Varianten, Offerten und Nachweisen.
Konsistente Datenbasis über alle Gewerke: Jahressimulation und Anlagenauslegung beruhen neu auf demselben Datensatz. Brüche zwischen Energienachweis, Komfortsimulation und Dimensionierung entfallen.
Fazit: Die neuen Klimadaten sind mehr als ein technisches Update. Wer frühzeitig auf Lebenszyklusdenken, Robustheit und interdisziplinäre Planung setzt, schafft bessere Voraussetzungen für zukunftsfähige Gebäude und kann teure Nachbesserungen im Betrieb vermeiden.